Wo bleiben die Menschen mit Behinderung?

Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und deren Unterstützungspersonen brauchen jetzt unbedingt mehr Aufmerksamkeit von Politik, Gesundheitssystem und Öffentlichkeit!

Menschen mit Behinderungen, vor allem solche mit intellektuellen und mehrfachen Beeinträchtigungen, kämpfen schon in normalen Zeiten um gleichwertigen Zugang zum allgemeinen Gesundheitssystem und um adäquate Behandlung ihrer oft ganz spezifischen Krankheitsbilder.

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie führt nun eine unheilvolle Mischung aus Ignoranz in Politik und Bevölkerung, Unwissen in medizinischen Kreisen und Benachteiligung beim Verteilungskampf um knappe Ressourcen zu einer noch stärkeren Gefährdung einer ohnehin schon bedrohten Randgruppe der Gesellschaft.

Viele Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung sind teils behinderungsbedingt, teils wegen mangelnder medizinische Diagnostik und Behandlung, gehäuft von Vorerkrankungen betroffen und gelten daher als Hoch-Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe. Andererseits verstehen sie die vielen neuen Regeln der Hygiene, der sozialen Distanz und der Gesundheitsvorsorge nicht ausreichend, weswegen sie besonders beschützt und unterstützt werden müssen.

Angehörige, persönliche AssistentInnen und Personal in betreuten Wohngemeinschaften tragen ganz wesentlich dazu bei, dass Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gut über die aktuellen schweren Zeiten kommen. Doch auch sie brauchen Hilfe, damit sie diese Unterstützung leisten können, ihr eigenes Leben aufrechterhalten und selbst nicht krank werden.

Damit sowohl die besonders gefährdeten Menschen mit mehrfachen Beeinträchtigungen geschützt vor dem Coronavirus bleiben, als auch die so wichtigen Betreuungsstrukturen für Menschen mit Beeinträchtigungen im Krankheitsfall nicht einbrechen, machen Behindertenorganisationen wie die Lebenshilfe seit Wochen in Politik und Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam.

Forderungen der Lebenshilfe Österreich

Heute hat die Lebenshilfe Österreich erneut eine Presseaussendung zu diesem wichtigen Thema ausgesendet, nachzulesen hier.

Unterschriftenaktion mein #aufstehn

Und ab heute ist auch eine Online-Petition auf „mein #aufstehn“ gestartet worden, die von den Verantwortlichen des Gesundheitssystems beschleunigte Covid-19-Tests, ausreichende Schutzausrüstungen, Zugang zu adäquater Spitalsversorgung und finanzielle und personelle Absicherung für die Dienstleistungen der Behindertenhilfe einfordert. Jetzt hier unterschreiben!

10.4.2020 / lhw-bs

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