Klient mit Angehöriger

Finanzielle Hilfen

Seelische Unterstützung ist das eine, was Angehörige eines Kindes mit Beeinträchtigung brauchen. Das andere ist finanzielle Hilfe. Wir beraten Sie über finanzielle Leistungen, auf die Sie und Ihr Angehöriger mit Beeinträchtigung Anspruch haben.

Erhöhte Familienbeihilfe

Die Antragstellung erfolgt beim Wohnsitzfinanzamt.

Monatliche Höhe:

  • ab Geburt des Kindes 109,70 €
  • ab Monat der Vollendung des 3. Lebensjahres: 117,30 €
  • ab Monat der Vollendung des 10. Lebensjahres: 136,20 €
  • ab Monat der Vollendung des 19. Lebensjahres: 158,90 €
  • Der Zuschlag bei erheblicher Behinderung beträgt 150,00 €

Der Nachweis ist mittels ärztlicher Bestätigung durch das Bundessozialamt zu erbringen. Bei zusätzlichem Pflegegeld Bezug werden 60 € vom Pflegegeld abgezogen. Der Kinderabsetzbetrag von 58,40 € pro Kind wird mit der Familienbeihilfe ausbezahlt. Erwachsene Waisen können die Familienbeihilfe plus Zuschlag ein Leben lang selbst beziehen. Eine Antragsmöglichkeit besteht auch rückwirkend für 5 Jahre.

Außergewöhnliche Belastung für Kinder mit Behinderung

Die Antragstellung erfolgt beim Wohnsitzfinanzamt im Rahmen der Steuererklärung.

Je nach Ausmaß der Behinderung stehen Ihnen verschiedene Freibeträge zu:

  • Ab 25% Behinderung kann man einen pauschalen Freibetrag beantragen,
  • bei 25 – 34% Behinderung besteht Anspruch auf 75 € Freibetrag im Jahr,
  • bei 35 – 44% auf jährlich 99 € und
  • bei 45 – 49% auf jährlich 243 €.
  • Die monatliche Höhe für Kinder ab 50%iger Behinderung beträgt 262 €.

Zusätzlich können u.a. Schulgelder, Werkstattbeiträge, Wohnhausbeiträge und Betreuungskosten geltend gemacht werden. Seit 1.6.1996 wird ein eventuell vorhandener Pflegegeldbezug abgezogen. Der Freibetrag von 262 € monatlich ist dazu da, um das erhaltene Pflegegeld zu kürzen.

Bei Vollunterbringung wird für jeden untergebrachten Tag 1/30 einbehalten. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, bei Unterbringung des Angehörigen mit Behinderung in einem Wohnhaus oder/und Werkstatt, die dafür an die Förderstätte zu zahlenden Beiträge als außergewöhnliche Belastung (ohne irgendwelche Abzüge) abzusetzen.

Pflegegeld

Bezugsmöglichkeit besteht ab Geburt des Kindes. Bei gleichzeitigem Bezug der erhöhten Familienbeihilfe und eines Pflegegeldes werden 60 € vom Pflegegeld abgezogen. Die Höhe des Pflegegeldes beträgt je nach Einstufung bei Neuantrag zwischen 154,20€ und 1.655,80 € (=höchste Pflegegeldstufe).

Das Pflegegeld beantragen Sie bei der Pensionsversicherungsanstalt, Landesstelle Wien
Adresse: Friedrich-Hillegeist-Straße 1, 1021 Wien
Telefon: 05 03 03, +43 503 03 Ausland

Ist die Person mit Behinderung in einer Werkstatt beschäftigt und wohnt noch bei den Angehörigen, behält der Fonds Soziales Wien 30% des Pflegegeldes ein. Bei gleichzeitiger Beschäftigung in der Werkstatt und Wohnen im Wohnhaus (=Vollunterbringung) wird das gesamte Pflegegeld einbehalten, bis auf 157,24 €, die der Person mit Behinderung als Taschengeld verbleiben. Bei gleichzeitigem Bezug von Pension/Waisenpension kann das Taschengeld höher (abhängig von der Pensionshöhe) sein.

Kostenlose Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes nach §18a

Wenn Sie von der Pflege des Kindes in Anspruch genommen werden, sodass Sie nicht berufstätig sein können, haben Sie die Möglichkeit sich für die Zeiten der Pflege eines Kindes bzw. Erwachsenen mit Behinderung kostenlos selbst zu versichern. Diese Zeiten sind pensionsbegründend, laufen bis zum 40.Lebensjahr des Kindes und können auch von einer anderen Pflegeperson (nicht nur von der Mutter) beansprucht werden.

Die Antragstellung erfolgt bei der Pensionsversicherungsanstalt, bei der die pflegende Person ursprünglich versichert war. Sollte noch keine Versicherung bestanden haben, dann bei der Versicherungsanstalt der Angestellten. Voraussetzung ist der Bezug der erhöhten Familienbeihilfe. Hier ist nur eine geringfügige Arbeit möglich.

Kostenlose Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für Zeiten der Pflege naher Angehöriger nach §18b

Personen, die unter erheblicher Beanspruchung ihrer Arbeitskraft einen nahen Angehörigen pflegen, können sich in der Pensionsversicherung selbstversichern. Diese Form der Selbstversicherung ist seit 1. August 2009 kostenlos und bietet die Möglichkeiten Versicherungszeiten mit einer höheren Beitragsgrundlage zu erwerben. Neben dieser Selbstversicherung ist eine Erwerbstätigkeit bis zu max. 30 Stunden in der Woche möglich. Begrenzt wird es durch die Höchstbeitragsgrundlage, diese darf nicht überschritten werden. Voraussetzung ist als Minimum die Pflegestufe 3. Die zuständige Behörde ist die Pensionsversicherungsanstalt, Friedrich Hillegeist- Straße 1, 1021 Wien.

Mindestsicherung für arbeitsunfähige Personen- vormals Dauerleistung

Die Antragstellung erfolgt beim zuständigen Sozialzentrum ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Wenn sonst kein eigenes Einkommen vorhanden ist, beträgt die Mindestsicherung für arbeitsunfähige Personen laut Stand 1.1.2015 jährlich 14 x 827,82 € und ist unabhängig von der Höhe des Einkommens der Eltern.

Ist sonstiges eigenes Einkommen vorhanden (Waisenpension, Leibrente, Mieteinkünfte usw.), das niedriger ist als der Betrag von 827,82 €, so wird der Differenzbetrag ausbezahlt. Gelangt der Mensch mit Behinderung zu Vermögen, zum Beispiel durch Erbschaft, wird die Dauerleistung einbehalten bis das Vermögen aufgebraucht ist, jedoch bleibt ein Betrag von etwa 4.139,- € erhalten. Die Überprüfung und Beurteilung des Einzelfalls obliegt dem örtlich zuständigen Sozialzentrum. Die Mindestsicherung wird parallel zu einem Pflegegeldbezug gewährt.

Waisenpension

Die Waisenpension ist eine Leistung, die den hinterbliebenen Kindern eine soziale Absicherung garantiert. Der Verstorbene muss zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch auf Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- bzw. Alterspension gehabt haben. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung wird die Waisenpension ausbezahlt, wenn die „Erwerbsunfähigkeit“ schon immer vorhanden war oder vor der Vollendung des 18. Lebensjahres oder während der Schul- oder Berufsausbildung vor Vollendung des 27. Lebensjahres entstanden ist.

Die Waisenpension muss beantragt werden. Der Antrag ist innerhalb von 6 Monaten nach dem Tod des Versichterten einzubringen, um einen Pensionsanspruch mit dem auf den Todestag folgenden Tag zu haben. Die Höhe der Pension ist abhängig vom Waisenstatus und beträgt 24% der Pension des Verstorbenen für einfach Verwaiste (Halbwaise) und 36% der Pension für doppelt Verwaiste (Vollwaise). Wenn beide Elternteile versichert waren, bekommt die doppelt verwaiste Person zwei Waisenpensionen. Sind nicht genügend Versicherungszeiten vorhanden, gibt es eine einmalige Zahlung statt der Pension.

Formulare und nähere Informationen erhalten Sie bei den Pensionsversicherungsanstalten bzw. Versicherungsträgern, bei dem der Versicherte in den letzten Jahren überwiegend versichert war.

Behindertenpass

Dieser Lichtbildausweis dient als Nachweis der Behinderung z.B. bei Ämtern und Versicherungen. Der Pass wird auch von Freizeit- und Kultureinrichtungen im In-und Ausland für Ermäßigungen anerkannt. Ebenso bewirkt er einen Steuerfreibetrag. Anspruch auf den Behindertenpass haben Personen, die 50% Grad der Behinderung haben und in Österreich leben. Der Pass wird bei der Landesstelle des Bundessozialamtes beantragt, die Ausstellung ist gebührenfrei.

Rezeptgebührenbefreiung

Voraussetzung für Rezeptgebührenbefreiung ist ein geringes Einkommen. Ab 1.1 2008 muss jeder Versicherter nur so lange Rezeptgebühr bezahlen, bis er im laufenden Jahr mit diesen Zahlungen einen Betrag von 2% seines Nettoeinkommens erreicht hat. Die Befreiung ist für alle Kassen gültig. Informationen dazu sind beim Sozialversicherungscenter erhältlich , Telefon: 05 124 33 60.

 

Kontakt:

Mag.a Ingrid Wick
Telefon: 01 – 812 26 35 – 18
E-Mail: i.wick@lebenshilfe.wien

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