Freitage sind für unsere Kund*innen Diana Sebestyen und Markus Zaunstöck anders als gewöhnlich – denn dann sind sie nicht in der Tagesstruktur, sondern arbeiten im Lager des schwedischen Mikromobilitätsunternehmens Voi Technology im 23. Bezirk.
Freitage sind für unsere Kund*innen Diana Sebestyen und Markus Zaunstöck anders als gewöhnlich – denn dann sind sie nicht in der Tagesstruktur, sondern arbeiten im Lager des schwedischen Mikromobilitätsunternehmens Voi Technology im 23. Bezirk.
Voi wurde 2018 gegründet und verfolgt das Ziel, urbane Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Mit E-Scootern und E-Bikes ist das Unternehmen heute in vielen europäischen Städten – auch in Wien – vertreten. Die Fahrzeuge können per App ausgeliehen werden und bieten eine umweltfreundliche Alternative für kurze Wege in der Stadt.
Voi setzt dabei nicht nur auf technologische Innovation, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden sowie auf ökologische Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette. Die Kooperation mit der Lebenshilfe Wien folgt diesem Ansatz: Sie ermöglicht Menschen mit Behinderungen eine aktive Teilhabe am Arbeitsleben.
Seit März 2024 besteht die Zusammenarbeit zwischen Voi und der Lebenshilfe Wien. Die zwei Kund*innen Diana Sebestyen und Markus Zaunstöck arbeiten zwei aufeinanderfolgende Freitage von 8 bis 12 Uhr im Lager. Danach folgt jeweils eine Woche Pause bis zum nächsten Einsatz.
Das Besondere: Beide sind sogenannte Selbstfahrer*innen. Sie organisieren ihren Arbeitsweg eigenständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln und werden nach einer persönlich begleiteten Einschulungsphase telefonisch von den Integrationsbegleiter*innen der Lebenshilfe Wien unterstützt.
Im Lager herrscht eine klare Struktur, die den Arbeitsalltag erleichtert. Zu den Aufgaben gehören unter anderem:
Die Tätigkeiten sind abwechslungsreich, aber gut überschaubar und werden in enger Abstimmung mit den Mitarbeitenden vor Ort durchgeführt.
Markus berichtet:
„Ich beginne um 8 Uhr und frage zuerst, was zu tun ist. Dann lade ich Akkus, kehre zusammen oder entsorge Müll von kaputten Scootern. Die Zusammenarbeit ist sehr gut – wir haben auch viel Humor im Team.“
Besonders wichtig ist ihm die Arbeit, weil sie ihm ermöglicht, Geld zu verdienen und in einem respektvollen Umfeld tätig zu sein.
Diana erzählt:
„Mir gefällt, dass ich selbstständig hinfahren kann und dass es dort ruhig und entspannt ist. Ich verstehe mich mit allen gut – alle sind nett und freundlich.“
Für sie steht neben dem Verdienst auch die sinnvolle Beschäftigung im Vordergrund: „Damit mir nicht langweilig ist.“
Für die geleisteten vier Stunden erhalten die Kund*innen eine Leistungsprämie. Der Mehrwert geht jedoch weit darüber hinaus: Die Integrationsbegleitung der Lebenshilfe Wien schafft einen Rahmen, in dem Unternehmen und Menschen mit Behinderungen unkompliziert und niederschwellig zusammenarbeiten können.
Die rechtliche Grundlage dafür bildet der § 9 des Chancengleichheitsgesetzes in Wien. Darin steht, dass Menschen mit Behinderungen, die nicht dauerhaft am allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, auch innerhalb der Tagesstruktur gezielt bei der schrittweisen Teilnahme am Arbeitsleben unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die schnelle Vermittlung, sondern eine individuell begleitete Entwicklung hin zu mehr Selbstständigkeit und beruflicher Teilhabe.
Durch diese begleiteten Arbeitseinsätze entstehen echte Chancen: Fähigkeiten werden entdeckt, Selbstvertrauen wächst, und nicht selten entwickeln sich daraus langfristige Perspektiven.
Die Zusammenarbeit mit Voi zeigt, wie gelebte Inklusion im Arbeitsalltag aussehen kann – praxisnah, respektvoll und auf Augenhöhe. Ein moderner Fuhrpark trifft auf engagierte Menschen, die mit Motivation und Verlässlichkeit ihren Beitrag leisten.
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