Rund um den Internationalen Frauentag wird viel über Rechte, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen gesprochen. Ein Thema wird dabei jedoch noch immer zu wenig beachtet: Sexualität von Frauen mit Behinderungen.
Rund um den Internationalen Frauentag wird viel über Rechte, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen gesprochen. Ein Thema wird dabei jedoch noch immer zu wenig beachtet: Sexualität von Frauen mit Behinderungen.
Dabei gehört Sexualität zum Leben aller Menschen – unabhängig von einer Behinderung.
Wir haben bei unserer neuen fachlichen Expertin Miriam Foresta nachgefragt und erklären in einfacher Sprache, warum dieses Thema so wichtig ist.
Sexualität ist für viele Menschen wichtig.
Sie hat mit Lust, Wohlfühlen und Genuss zu tun.
Sexualität kann auch Selbstbewusstsein und Identität stärken.
Bei Sexualität in einer Beziehung sind auch diese Dinge wichtig:
Das gilt für alle Menschen, auch für Frauen mit Behinderungen.
Alle Menschen haben das Recht, selbst über ihre Sexualität zu entscheiden.
Dazu gehören diese Rechte:
Viele Menschen haben falsche Vorstellungen über Sexualität bei Menschen mit Behinderungen.
Zum Beispiel glauben manche:
Diese Vorurteile stimmen nicht.
Viele Menschen glauben an diese Vorurteile.
Darum werden Wünsche nach Liebe, Beziehung oder Sexualität oft nicht ernst genommen.
Manchmal denken andere auch, Frauen mit Behinderungen könnten nicht selbst entscheiden.
Das ist falsch.
Selbstbestimmung bedeutet:
Ich entscheide selbst über
Ich darf „Ja“ oder „Nein“ sagen.
Um Grenzen zu setzen, muss ich wissen:
Ich muss lernen, meine Gefühle zu spüren und zu sagen.
Es ist wichtig, dass andere Menschen meine Gefühle ernst nehmen und respektieren.
Dann lerne ich, meinem Bauchgefühl zu vertrauen.
Viele Frauen mit Behinderung haben erlebt, dass ihre Wünsche nicht respektiert wurden.
Darum ist es manchmal schwer, für die eigenen Grenzen einzustehen.
Wenn jemand meine Grenzen nicht respektiert, kann ich Hilfe holen.
Ich kann mit einer Vertrauensperson sprechen.
Zum Beispiel über Situationen, die sich nicht gut anfühlen.
Auch wenn ich mir unsicher bin, darf ich darüber sprechen.
Bezugspersonen können helfen:
Wichtig ist:
Sie sollen die Frauen ernst nehmen.
Ihre eigenen Vorstellungen von Sexualität gelten nicht automatisch für andere Menschen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
Bewegung:
Spazierengehen, Tanzen, Schwimmen oder Springen.
Bewegung hilft, den eigenen Körper besser zu spüren.
Körperpflege:
Beim Waschen oder Eincremen bewusst langsam sein und den Körper wahrnehmen.
Spiegel:
Sich selbst im Spiegel ansehen und freundlich anlächeln.
Selbstbefriedigung:
Dabei kann man herausfinden, was sich gut anfühlt.
Jede Frau darf das in ihrem eigenen Tempo machen.
Was brauchen Frauen, um über Sexualität sprechen zu können?
Frauen brauchen:
Außerdem braucht es:
Die Botschaft soll sein:
Deine Sexualität ist wichtig und in Ordnung.
In der Lebenshilfe Wien soll es normal sein, über diese Themen zu sprechen:
Alle sollen wissen:
Es gibt Ansprechpersonen, mit denen man darüber reden kann.
Sexuelle Entwicklung soll immer mitgedacht werden, damit Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte und erfüllte Sexualität leben können.
Die Lebenshilfe Wien hat eine neue Fachstelle zum Thema Sexualität eingerichtet.
Diese wird von Miriam Foresta, klinische Psychologin, geleitet.
Die Fachstelle unterstützt:
Zum Beispiel bei Fragen zu:
Mehr Informationen gibt es hier: https://www.lebenshilfe.wien/sexualitaet/
Für die Arbeit bei der Lebenshilfe wünsche ich mir, dass es normal wird, über die Themen Sexualität, Körper, Gefühle und Beziehung zu sprechen. Dass alle, die hier leben und arbeiten, wissen, dass es eine Ansprechperson gibt, an die sie sich wenden können und dass man über diese Themen sprechen darf. Es soll nicht mehr die Ausnahme sein, die sexuelle Entwicklung und Begleitung dabei zu beachten. Es soll bei der Begleitung von Menschen einfach immer mitgedacht werden, wie man alle dabei unterstützen kann, erfüllte, selbst bestimmte Sexualität zu leben.