Gehalt statt Taschengeld

Anlässlich des Tages der Inklusion (5. Mai) fordern Menschen mit intellektuellen Behinderungen aus den Lebenshilfen in ganz Österreich ihr Recht auf regulär bezahlte Arbeit ein.

SelbstvertreterInnen übergaben ihre Forderungen nach Gleichstellung in der Arbeitswelt am 3. Mai einer Abgeordnetengruppe des Nationalrats (Abg.z.NR Birgit Silvia Sandler (SPÖ), Abg.z.NR Stephanie Cox (Liste Jetzt), NEOS-Klubdirektorin Claudia Jäger). Behindertenanwalt Hansjörg Hofer unterstützte mit seiner Anwesenheit die Aktion und Anliegen.

Menschen mit intellektuellen Behinderungen sollen nicht länger wie Kinder behandelt werden. Sie sind erwachsene Bürgerinnen und Bürger! Sie wollen und können ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen. Es soll einen Werkstattlohn als Gehalt mit sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen oder einen Lohn am Arbeitsmarkt geben. Es kann auch eine Grundabsicherung für alle geben, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können.

Am 5. Mai ist der europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Die Lebenshilfe gestaltet ihn als Tag der Inklusion und organisierte 2019 unter dem Motto „Gehalt statt Taschengeld“ Aktionen in ganz Österreich. Menschen mit intellektuellen Behinderungen forderten sowohl auf Landesebene als auch bei der abschließenden Aktion auf Bundesebene ihr Recht auf ein Einkommen ein.

Die Mitglieder des Mitspracheteams der Lebenshilfe Wien, allesamt Menschen mit Lernschwierigkeiten, beteiligten sich an der österreichweiten Aktion „Gehalt statt Taschengeld“ und brachten konkret folgende Anliegen vor:

  • Gebt uns euer Politiker-Gehalt, wir geben euch unser Taschengeld!

    Menschen mit Lernschwierigkeiten sollen für ihre Arbeit bezahlt werden. Sie sollen kein Taschengeld, sondern ein Gehalt mit Kranken- und Pensionsversicherung bekommen. (Julius Szebeni, Selbstvertreter, Mitspracheteam Lebenshilfe Wien – Hier können Sie seine persönlichen Arbeits-Erfahrungen nachlesen)

  • Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsassistenz für Menschen mit Lernschwierigkeiten

    Wir haben ein Recht darauf, am 1. Arbeitsmarkt und in der Tagesstruktur zu arbeiten, wenn wir dies möchten. Wir wollen flexible Arbeitszeiten. Wir wollen dabei jede Unterstützung bekommen, die wir brauchen. Zum Beispiel Arbeitsassistenz. Wenn ein Mensch mit Lernschwierigkeiten zum Beispiel nicht pünktlich aufstehen kann, sollen ihm flexible Arbeitszeiten ermöglicht werden. Die Arbeitszeiten sollten an seine Bedürfnisse und Fähigkeiten angepasst werden. (Sandy Ratz, Selbstvertreterin, arbeitet in der Tagesstruktur in der Schuhfabrikgasse in 1230 Wien, Lebenshilfe Wien)

  • Vollbetreutes Wohnen auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die am 1. Arbeitsmarkt arbeiten wollen.  

    In Wien ist der Anspruch auf einen Platz im vollbetreuten Wohnen davon abhängig, ob man eine Arbeit in einer Tagestruktur oder in einem Projekt für Berufsvorbereitung für den 1.
    Arbeitsmarkt hat. Das ist nicht fair. Jeder soll einen Anspruch auf einen vollbetreuten Wohnplatz haben, wenn er ihn benötigt. Jeder sollte die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten. (Josef Hochmeister, Selbstvertreter, Mitspracheteam Lebenshilfe Wien)

  • Jede/r soll die Chance haben verschiedene Arbeitsmöglichkeiten auszuprobieren, ohne die Sorge haben zu müssen, dass er oder sie den Anspruch auf Beihilfen verlieren könnte.

    Beihilfen für Menschen mit Lernschwierigkeiten sollen erhalten bleiben, auch wenn jemand vom 1. Arbeitsmarkt in die Tagestruktur zurückkommen will oder muss. (Robert Saugspier, Selbstvertreter, Mitspracheteam Lebenshilfe Wien)

Die Lebenshilfe hat ein Dialogpapier mit politischen Forderungen zu inklusiver Arbeit formuliert, die Dokumente können Sie hier nachlesen bzw. herunterladen:

Dialogpapier in Leichter Sprache

Dialogpapier in Langfassung

Mehr Informationen und auch die Möglichkeit die Online-Petition zu unterschreiben, gibt es auf der Internetseite der Lebenshilfe Österreich. Hier


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